Arnsberg-Neheim / Binnerfeld Renaturierung der Ruhr

Mehr Natur für die Ruhr

Das Ziel: Die Ruhr soll eine höhere ökologische Qualität bekommen und damit für Pflanzen und Fische einen besseren Lebensraum bilden. Durch Begradigungen und zu schmale und tiefe Profile gehen etwa Schotterflächen verloren, die für viele Fisch- und Vogelarten als Lebensraum wichtig sind. Zuständig für das Projekt ist Ulrich Detering, Dezernent für Wasserwirtschaft der Bezirksregierung Arnsberg, der auf Einladung von Bündnis90/DieGrünen in Schwerte ausführlich darüber informierte. Nahezu 60 Besucherinnen waren dazu der Einladung gefolgt.
 
Mittlerweile habe die Bezirksregierung viele Ruhrauen-Flächen in Westhofen und im Bereich Wandhofen/Innenstadt/Ergste gekauft, einige Flächen sind allerdings langfristig verpachtet. Man werde, so Detering, zunächst an den Bereich Westhofen (Röllingwiese, Kluseninsel) herangehen, hier neue Nebenarme bilden und Spundwände entfernen. 
 
Im Bereich Ergste/Innenstadt werde man besonders am südlichen Ruhrufer aktiv werden, um hier neue Kurven und vernässte Auenflächen zu erreichen. Das südliche Ufer soll von der Betretung durch Menschen weiterhin frei bleiben. Im nördlichen Bereich müssen die verschiedenen Nutzungsinteressen von Naturschutz, Landwirtschaft, Naherholung, Tourismus aufeinander abgestimmt werden. 
 
In der lebhaften Diskussion versichert Ulrich Detering, dass den Interessen des Kanuvereins an ihrer Trainingsstelle Rechnung getragen werde. Auch für die Kanutouren von Martina Bovensmann werde es keine Probleme geben; Detering wies darauf hin, dass die renaturierten Abschnitte der Lippe bei Kanutouren mehr nachgefragt würden als die alten Abschnitte; in den renaturierten Bereichen sei das Kanufahren anspruchsvoller und von größerem Naturerleben begleitet, was viele besonders reize. 
 
Der Angelverein wünscht sich eine Renaturierung auch des jetzt kanalisierten Mühlenstrangs etwa von der Amsel bis zu Mündung; Detering hielt es für möglich, das auch noch in die Pläne einzuarbeiten, auch wenn dies in erster Linie Aufgabe der Stadt sei, die dafür mit 80 Prozent der Kosten gefördert werden könne. 
 
Auf Nachfrage wurde bestätigt, dass eine Renaturierung im südlichen Bereich der Ruhr auch dem Hochwasserschutz der Altstadt dienen könne. 
 
Bis es so weit ist, wird es noch dauern. Mit dem Abschluss der Planungen wird frühestens 2021 gerechnet, der Baubeginn könne dann frühestens 2022 beginnen. Bei allem müsse der Kreis Unna einbezogen werden, die Stadt Schwerte müsse ihre Bürgerinnen und Bürger einbeziehen, so der Dezernent für Wasserwirtschaft des Regierungspräsidiums Arnsberg. 

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