Jubiläum: Grüne vor fünfzigster Videokonferenz

 

Seit Beginn des Lockdowns im März treffen sich Vorstand, Fraktion und Arbeitsgruppen der
Schwerter Grünen wenn nötig online. Diesen Montag steht ein Jubiläum an. Die reguläre
Fraktionssitzung wird die fünfzigste Videokonferenz des Jahres werden – und sicherlich nicht die
letzte.

Am Anfang musste alles sehr schnell gehen. „Das sich Menschen plötzlich nicht mehr persönlich
treffen können, darauf war niemand wirklich gut vorbereitet“, erinnert sich Ratsmitglied Michael
Rotthowe an die Situation im März. „Da ging es uns nicht anders als Schulen, Unternehmen und
Vereinen. Und da musste natürlich eine Lösung her.“ Die war aber zum Glück schnell gefunden.
„Wir haben einfach spontan einen Discord-Server eingerichtet. Das war in 15 Minuten erledigt, die
nächste Vorstandssitzung ein paar Tage später lief dann schon darüber.“

Discord ist eigentlich eine Software aus dem Gaming-Bereich, bietet aber trotzdem viele
Funktionen, die auch für die Parteiarbeit nützlich sind. So funktioniert nicht nur die eingebaute
Videokonferenzfunktion auf allen Geräten reibungslos, auch kann der Bildschirm geteilt werden,
der eingebaute Chat und die Möglichkeit, Dokumente abzurufen sind zusätzliche Pluspunkte.
Außerdem muss nicht jedes mal ein Link zur Teilnahme herumgeschickt werden, der Server steht
nach der Einrichtung allen Benutzern rund um die Uhr zu Verfügung. „Und nach ein paar Tagen
hatten auch alle eine Kamera und ein Mikrofon. Jedenfalls die, die nicht sowieso lieber über ihr
Smartphone teilgenommen haben. Die Kinderkrankheiten waren auch schnell ausgeräumt,“ meint
Parteisprecher Maximilian Ziel.

Die Schwerter Grünen haben nicht nur ihre Gremiensitzungen ins Internet verlagert, auch das
Schreiben des Wahlprogramms für die Kommunalwahl im September fand ausschließlich online
statt. Die wöchentlichen Sitzungen der Programmgruppe in der Phase der Kontaktbeschränkungen
dienten dazu, einzelne Programmteile zu besprechen, strittige Punkte zu klären und an
Formulierungen zu feilen. „Das ist am Anfang etwas ungewohnt und seltsam, aber man gewöhnt
sich daran. Auch wenn die persönliche Begegnung schon irgendwie fehlt,“ sagt Vorstandsmitglied
Gernot Folkers im Rückblick.

Jetzt, im November, stellt sich schon Routine ein. Eine Rundmail, dass Sitzungen bis auf Weiteres
online stattfinden, habe genügt, um sich auf den Teil-Lockdown einzustellen. „Wenn man die
Strukturen erstmal hat, ist das kein Problem,“ meint Parteisprecherin Monika Rosenthal. Und
obwohl ein Präsenz-Treffen natürlich schöner sei, habe die Online-Lösung auch Vorteile. Niemand
müsse in der Gegend herumfahren, einen geeigneten Raum finden oder eine mehrstündige
Kinderbetreuung organisieren. „Und die Protokolle sind auch fünf Minuten nach Ende der Sitzung
in der Cloud. Was wir da machen hätten wir ohne Corona vielleicht nicht gemacht, aber es hat uns
auch einen großen Schritt weiter gebracht.“

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